Das „digitale Haus der Landesgeschichte“ ist mehr als bisher geleistet wurde

Zur Debatte zum „Haus der Landesgeschichte“ sagt die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Marlies Fritzen:

 

Die Forderung nach dem Bau eines Hauses der Landesgeschichte ist selbst schon historisch. Als gelernte Historikerin teile ich das Anliegen. Die Geschichte unseres Landes umfasst mehr als den deutsch-dänischen Grenzkonflikt, Guts- und Adelshäuser und Nobelpreisträger, die alle in entsprechenden Einrichtungen vorgestellt werden. Zu Schleswig-Holstein gehören auch der Matrosenaufstand von 1918 in Kiel, von dem die erste erfolgreiche deutsche Revolution ausging, der Aufstieg der NSDAP und die Verbrechen der Nationalsozialisten sowie deren schleppende Aufarbeitung nach dem 2. Weltkrieg, die Auseinandersetzung um Brokdorf oder die Barschel-Affäre. All diese das Land prägenden Ereignisse verdienen es, nicht nur historisch aufgearbeitet, sondern auch präsentiert zu werden.

 

Wer aber ein Haus der Landesgeschichte fordert, muss auch sagen, wie es finanziert werden soll. Es reicht eben nicht, ein weiteres millionenteures Museum zu bauen, es muss auch „bespielt“ werden. Wechselnde Ausstellungen, Vorträge und Veranstaltungen erfordern dauerhaft Personal. Das „digitale Haus der Landesgeschichte“ ist da zunächst einmal eine ehrliche Antwort und mehr als bisher geleistet wurde. Es bietet einen Rahmen für die Darstellung von Geschichte und hoffentlich auch und gerade der bislang weniger beachteten. Die Idee, Bürger*innen an der „Geschichtsschreibung“ zu beteiligen, erinnert an die Geschichtswerkstätten der 1980er Jahre, in denen genau die beschriebenen „blinden Flecken“ der regionalen Geschichte ausgeleuchtet wurden.

 

Vielleicht muss man einen digitalen Raum nicht mit einem analogen Haus gleichsetzen und findet bessere Namen dafür, aber der Ansatz stimmt und lässt hoffen, dass das Interesse und Bewusstsein für die eigene Geschichte wachgehalten werden. Ein Ziel wäre für mich – und auch darüber wurde schon häufiger diskutiert – mit wechselnden Landesausstellungen, die an verschiedenen Orten im Land präsentiert werden, die Ergebnisse der jetzt beginnenden Arbeit zu herausragenden Ereignissen nicht nur virtuell, sondern auch real zu präsentieren.

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