Die Lage an unseren Hochschulen ist sehr angespannt

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 36 + 40 – Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Hochschulen und Studierenden abmildern

 

Dazu sagt der hochschulpolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen,

Lasse Petersdotter:

 

Selten war die Relevanz von Wissenschaft so selbsterklärend wie in den letzten elf Monaten. Wissenschaft ist eine wichtige Säule unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Lage an unseren Hochschulen ist trotzdem in der aktuellen Situation sehr angespannt.

 

Und das, obwohl es um die Hochschulen aktuell sehr ruhig ist. Auch, weil vieles gut funktioniert. Immerhin sind Hochschulen durchaus ein Bereich, der eher und besser auf die aktuellen Krisen reagieren kann als andere Bereiche unserer Gesellschaft.

 

Im Wesentlichen gibt es Spannungen in drei Bereichen:

 

Lehrende an den Hochschulen gelten nicht zur kritischen Infrastruktur. Obwohl die Lehrveranstaltungen digital stattfinden, kann so die Notbetreuung nicht in Anspruch genommen werden. Das ist eine maximale Belastung, immerhin kommt es in der Regel nicht darauf an, wie alt die Menschen im eigenen Kurs sind, sondern wie alt die Menschen sind, die gerade noch um einen herumturnen. Die Kinderbetreuung ist ein ernsthaftes Problem. Trotzdem ist der schnellere Übergang in das Digitale überraschend gut gelungen. Obwohl es gerade bei praxisintensiven Fächern wie Musik eine große Herausforderung ist.

 

Ganz offensichtlich schlägt vielen Forschenden die laute, wissenschaftsfeindliche Debatte, die in ganz Deutschland rund um Corona geführt wird, in die Magengrube. Aber ich will den Fokus jetzt auf einen anderen Aspekt lenken: Wir beobachten gerade in vielen Forschungszeitschriften, dass die Anzahl der Publikationen von Frauen stark zurückgehen. Das bedeutet nicht weniger als eine massive wissenschaftliche Krise, die hier vor uns steht.

 

Finanzielle Engpässe, psychische Belastung und sehr viel Ungewissheit prägen das Studium in den Jahren 2020 und 2021. Es ist gut, dass wir hier mit dem Freisemester und Freiversuchen sehr viel Druck aus dem Kessel nehmen. Gelöst sind viele Probleme dennoch nicht.

 

Es gibt keine einfachen Lösungen, aber wir arbeiten gemeinsam an guten Reaktionen. Es ist gut, dass sich die Ministerin mit den Studierendenvertretungen und den Präsidien getroffen und Lösungen gefunden hat. Diese Kommunikation ist genau der richtige Weg.

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