Frauen verdienen weniger als Männer – das ist ungerecht und falsch

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 23+67 – Endlich ökonomische Gleichstellung von Frauen und Männern schaffen!

 

Dazu sagt die frauenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Aminata Touré:

 

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

liebe Kolleg*innen,

 

Frauen verdienen weniger. Das ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache. Es gibt genug Zahlen und Daten, die das belegen. Der Gender Pay Gap lag 2020 bei 18 Prozent. Die Gründe sind eine schlechtere Bezahlung in den sogenannten Frauenberufen, mehr Teilzeit und häufiger Auszeiten wegen der Familie.

 

Frauen arbeiten dreimal häufiger als Männer in Teilzeit - 55 Prozent zu 18 Prozent. Während ihres Lebens sind Frauen fast doppelt so lange wie Männer ohne bezahlte Arbeit - 30 Prozent gegenüber 17 Prozent.

 

Aber auch bei gleicher Befähigung und gleicher Leistung bekommen Frauen weniger Geld. Hier spielen die eben genannten Effekte keine Rolle. Sie sind raus gerechnet. Gleicher Job – anderes Gehalt: Der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap betrugt 2020 immer noch 6 Prozent.

 

Wer weniger verdient, zahlt weniger in die Rentenkasse ein. Wer häufiger und länger aus dem Job raus ist, auch. Das ist der Grund, weshalb Frauen auch bei der Alterssicherung draufzahlen. Der Gender Pension Gap lag 2019 bei unfassbaren 49 Prozent.

 

Frauen haben deshalb ein deutlich höheres Armutsrisiko als Männer. Das ist ungerecht und falsch. Frauen arbeiten nicht weniger als Männer, aber anders. Care-Arbeit wird schlechter bezahlt, Familienarbeit gar nicht. Viele Frauen halten auch 2022 den Familienvätern den Rücken frei und haben deshalb selber das Nachsehen.

 

Mädchen haben in der Schule schon lange mit den Jungen gleichgezogen und sie sogar überholt. Auch in Ausbildung und Studium haben Frauen die Nase weit vorne. Aber wenn es um den Meister, die Dissertation oder den Chef*innenposten geht, werden sie abgehängt.

 

Auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine wirkliche Gleichstellung. Die bisherigen Maßnahmen haben zwar einiges erreicht, am Ziel sind wir aber lange noch nicht. Das Frauen ökonomisch nicht gleichgestellt sind, hat viele Gründe. Um das zu ändern, müssen wir an vielen Stellschrauben drehen.

 

Die Ampel in Berlin hat sich eine ganze Menge vorgenommen. Sie will das Thema ökonomische Gleichstellung ernsthaft angehen. Alle diese Maßnahmen werden uns voranbringen: die Weiterentwicklung des Entgelttransparenzgesetzes; die Stärkung der Durchsetzung von individuellen Rechten der Arbeitnehmer*innen; die Verlängerung des elternzeitbedingten Kündigungsschutzes; der Ausbau der Ganztagsangebote; die Weiterentwicklung der Familienbesteuerung; die Einführung einer Kindergrundsicherung; die Stärkung der Pflege- und Familienzeitgesetze.

 

Wir wollen, dass Schleswig-Holstein seinen Teil zur Umsetzung beiträgt. Wir werden auf Bundesebene und im Bundesrat dafür Sorge tragen, dass die Maßnahmen umgesetzt werden. Und was wir im Land selber tun können, das werden wir tun.

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