Plattdüütsch höört to uns, as de Windrööd för uns Hüüs un de Fotovoltaik-Anloog op dat Dack un achtern Knick

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 46 – Fortschreibung des Landesplans Niederdeutsch

 

Dazu sagt der Abgeordnete der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bernd Voß:

 

Leve Lüüd,

 

eenmol in de Tiet, för de se wählt worrn is, hett de Landesregeern siet 2009 den Opdrach, dat, wat se för dat Plattdüütsche in uns Land deit un moken will, to öberdenken un op den ne‘esten Stand to bringen. Wat dorbi rutkomen deit un wo wiet dat Ganze vörankomen is, schall denn in den Landdag vördrogen warrn.

 

Nu is dat wedder so wiet un uns liggt dat ‚Wiederschriven von den Landesploon Plattdüütsch‘ – oder as das offiziell heten deit: „Die Fortschreibung des Landesplans Niederdeutsch“ – vör.

 

Op 62 Sieden warrt dor al dat, wat in de letzten Johrn för den Schutz un de Stärkung von dat Plattdüütsche in uns Land mookt worrn is, opföhrt. Allns fein no Inhalte un Institutionen sorteert. Dor findt en, wat to dat Plattdüütsche mookt worrn is: in de Vörschool (‚vorschulische Bildung‘ - S. 10ff.), in de School (‚Schule‘ - S. 13ff.), in de Hochscholen un Unis (‚Hochschulen‘ - S. 22ff.), in Kurse för meist gröttere Lüüd – to’n Bispill bi de VHS (‚Weiterbildung‘ - S. 26ff.), bi de Kultur – besonders in‘t Theoter, bi Musik un bi Schriev- oder Lesewettbewerben (‚Kulturleben - S. 30ff.), in de Kark (‚Kirche‘  - S. 37ff.), op dat soziale Rebeet un in de Pleeg (‚soziale und therapeutische Einrichtungen‘ - S. 40ff.), in Politik un Verwalten (‚Politik und Verwaltung‘ - S. 45ff.), in de Medien as Radio,Fernsehn un Internet (‚Medien‘ -S. 48ff.), bi de ehrenamtlichen un stootlichen Institutionen as to‘n Bispill de Plattdüütsche Root (‚Informationsnetzwerke‘ - S. 59ff.).

 

För den schönen un kloren Bericht öber dat, wat in de enkelten Bereiche mookt worrn is, will ik mi von disse Stell ut ganz utdrücklich bi de Lüüd bedanken, de dat allns tohoopdrogen un to Papier bröcht hebbt. Besonners de velen ‚Links‘, de in den Text stoht un de enen gau to Informationen föhren doot, mit de Veles noch düütlicher warrt, sünd en grote Hölp – tominnst dann, wenn en den Bericht an’n Computer lesen deit.

 

De Bericht wiest en: Dor is in de letzten Johrn veel mookt worrn, üm dat Plattdüütsche in’t Land vörantobringen. Besonners dat Tosomengohn – dat ‚Vernetzen‘ as man hüüt seggt – von de enkelten Institutionen, Vereenen un Inrichtungen hett sik wohl verbetert. Man dat warrt ok düütlich, dat siet den Anfang von de Corona-Pandemie dat ene un dat annere Projekt nich so tostannen komen is, as dat egentlich ween schull.

 

Besonners is hier de Bereich  ‚Fortbildung‘ to nömen. Ok wenn disse ‚Fortbildungsveranstaltungen‘ ünner Corona oftmols as ‚Online-Kurse‘ anboden worrn sünd, hebbt längs nich so Vele mitmookt, as man sik dat wünscht harr.

 

Doch en kann dat goot verstohn: Ganz egool, off de Lüüd in en Kita, in de School, in en Pleeghuus oder in den ehrenamtlichen Bereich arbeiden doot – de Erziehers, Lehreres, Plegers, Therapeuten un Dozenten mööt al bi ehr däägliche Arbeit ünner Corona so veel mehr moken un doon, dat för en Plattdüütsch-Fortbildung kuum noch Tiet bliven deit.

 

Disse Ümstänn mööt bi dat tokomen ‚Wiederschriven von den Landesploon Plattdüütsch‘ Beachtung finnen. Denn en Översicht ut dat Johr 2019, de in den Bericht afdruckt is, wiest uns, wo veel – oder beter schull man seggen  „wo wenig“ – Lüüd in de Plattkursen von de VHS mitmookt hebbt. En kann sik denken, dat dat in Tokunft nicht von sölven mehr warrt.

 

Üm so mehr mööt wi – so as dat in den Beschluss von 2009 heten deit –  „die Förderung der niederdeutschen Sprache in verschiedenen Lebensbereichen“ in‘t Oog hebben un verbetern.

 

In den „Sprachenchartabericht der Landesregierung von 2019“ heet dat to dat zentrale un wichtige Rebeet ‚School‘ denn ok as Position von den ‚Plattdüütschen Raat‘ nich bloots, dat  „die Entwicklung im schulischen Bereich als außerordentlich positiv zu bewerten ist“, – dor warrt ok heel düütlich fordert, dat „die Versorgung mit entsprechenden Lehrkräften sichergestellt werden muss“ (dort S. 194).

 

In den Runderlass ‚Niederdeutsch in der Schule‘ von 2019 steiht denn ok, dat dat Modellschoolangebot, wat dat tomools al geven dee, utbaut warrn schall, üm Plattdüütsch in’n Ünnerricht to lernen.

 

Al fröher (in’n Sommer 2020) heff ik von disse Stee seggt, dat dat nödig deit, nich bloots an de Modellscholen, sünnern ok in de annern Schoolstufen un Schooloorten un natüürlich ok in de Kinnergoorns un Kitas, Plattdüütsch lernen to können. Denn: Wokeen de plattdüütsche Sprook versteiht und sölben snacken kann, hett en ganz annern, veel intensiveren Togang to de velen kulturellen un historischen Besonnerheiten in uns Land.

 

En ersten Schritt in düsse Richtung is wohl doon, wenn  dat in den Bericht  heten deit: „In Schleswig-Holstein wird im Herbst 2021 die Fortführung der „Paul-und-Emma-Reihe“ für die Sekundarstufe I aufgenommen“ (Seite 16) un dat Ministerium op sien Homepage för dat lopende Schooljohr vermellen deit, dat nich bloots 34 Grundscholen, sondern nu ok 10 Scholen för de ‚Sekudarstufe I‘ as ‚Modellschool‘ in’t Land föhrt warrt. Dat is goot so! Dat Plattlernen dröff nich in de Grundschool opholen.

 

Ik will höpen, dat ok in tokomen Johren en „Fortschreibung des Landesplans Niederdeutsch“ veel Godes över dat Plattdüütsche in uns Land to berichten hett. Denn: Plattdüütsch höört to uns, as de Windrööd för uns Hüüs un de Fotovoltaik-Anloog op dat Dack un achtern Knick

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Plattdeutsch gehört zu uns, wie das Windrad vor unserer Tür und die Fotovoltaikanlage auf dem Dach und hinter dem Knick

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

die Landesregierung wird seit 2009 aufgefordert, die Inhalte und Ziele des Landesplans Niederdeutsch regelmäßig zu überprüfen, zu aktualisieren und dem Landtag einmal in der Legislaturperiode über den Stand der Umsetzung zu berichten. Für die aktuelle Legislaturperiode wird mit der vorliegenden Fortschreibung diesem Auftrag entsprochen.

 

Auf 62 Seiten werden die erfolgten Tätigkeiten zum Schutz und zur Stärkung des Niederdeutschen in Schleswig-Holstein in den Bereichen ‚vorschulische Bildung‘ (S. 10ff.) / ‚Schule‘ (S. 13ff.)/ ‚Hochschule‘ (S. 22ff.)/ ‚Weiterbildung‘ (S. 26ff.) ‚Kulturleben (besonders zum Theater, Musik- und Literaturwettbewerben) (S. 30ff.), Kirche (S. 37ff.), ‚soziale und therapeutische Einrichtungen  (S. 40ff.)/ Politik und Verwaltung  (S. 45ff.), ‚Medien‘(S. 48ff.) / ‚Informationsnetzwerke‘ (S. 59ff.) vorgestellt.

 

Für die übersichtliche Darstellung, was in den letzten Jahren für das Niederdeutsche in den zuvor genannten Bereichen unternommen wurde, möchte ich mich ausdrücklich bei den Bearbeiter*innen dieser Fortschreibung bedanken. Vor allem die zahlreichen in den Text integrierten, inhaltsbezogenen Links liefern nicht nur einen schnellen Zugriff auf die erwähnten Quellen, sondern sie veranschaulichen und vertiefen oft auch das, worüber berichtet wird.

 

Die Berichte zeigen: Es ist in den zurückliegenden Jahren viel unternommen worden, um die Stellung des Niederdeutschen im Land zu fördern. Insbesondere die Vernetzung der Institutionen, Vereine und Einrichtungen scheint sich verbessert zu haben. Es wird aber auch deutlich, dass seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Vorhaben in der zunächst beabsichtigten Form nicht durchgeführt werden konnten.

 

Vor allem der Bereich der ‚Fortbildung‘ ist hier zu nennen. Selbst wenn die Fortbildungsveranstaltungen als Online-Kurse angeboten werden, bleibt die Resonanz verständlicherweise gering. Ganz gleich, ob die Zielgruppe von Fortbildungen in Kitas, Schulen, Pflegeeinrichtungen oder im ehrenamtlichen Bereich tätig sind – die Erzieher*innen, Lehrer*innen, Pfleger*innen, Therapeut*innen und Dozent*innen müssen bei ihrer täglichen Arbeit unter Corona-Bedingungen bereits außergewöhnliche Belastungen ertragen und bewältigen, so dass für Niederdeutsch-Fortbildungen in der Regel kaum Zeit bleibt.

 

Diese derzeit bestehenden Umstände müssen in der Fortscheibung des Lageplans berücksichtigt werden. Eine im jetzigen Bericht abgedruckte Übersicht über die Beteiligung an VHS-Sprachkursen im Land gibt den Stand von 2019 wieder – die dort festgehaltenen Zahlen werden aufgrund ausgefallenenr Kurse oder geringerer Beteiligung in absehbarer Zeit voraussichtlich nicht mehr erreicht werden. Um so mehr muss das Ziel der „Förderung der niederdeutschen Sprache in verschiedenen Lebensbereichen“ (wie es im Beschluss heißt) weiterhin verfolgt und verbessert werden.

 

Zum zentralen und wichtigen Bereich ‚Schule‘ heißt es im Sprachenchartabericht der Landesregierung von 2019 in der Stellungnahme des ‚Plattdeutschen Rats‘ zu Recht, dass die „Entwicklung im schulischen Bereich als außerordentlich positiv zu bewerten ist“. Doch es wird auch darauf hingewiesen, dass „die Versorgung mit entsprechenden Lehrkräften sichergestellt werden muss“ (dort S. 194).

 

Im Runderlass ‚Niederdeutsch in der Schule‘ von 2019 wird festgehalten, dass das bereits existierende Modellschulangebot mit dem Ziel eines systematischen Spracherwerbs innerhalb des Niederdeutsch-Unterrichts ausgebaut werden soll. Bereits im Sommer 2020 habe ich von dieser Stelle aus darauf hingewiesen, dass es über die Gruppe der Modellschulen hinaus notwendig ist, Plattdeutsch in allen Schulstufen und Schularten sowie bereits in Kindergärten und  Kitas erlernen zu können. Denn nur, wer die niederdeutsche Sprache selbst verstehen und sprechen kann, erhält einen intensiveren und sicherlich auch ‚nachhaltigeren‘ Zugang zu den vielen kulturellen und historischen Besonderheiten in unserem Land.

 

Ein erster Schritte dahin ist in der vorliegenden Fortschreibung erwähnt. So heißt es auf Seite 16 (Seite 16): „In Schleswig-Holstein wird im Herbst 2021 die Fortführung der „Paul-und-Emma-Reihe“ für die Sekundarstufe I aufgenommen.“ Das ist gut so.

 

Ich hoffe, dass es auch bei den kommenden ‚Fortschreibungen des Landesplans Niederdeutsch‘ viel Gutes zur Situation des Niederdeutschen in unserem Land zu berichten gibt. Denn: Plattdeutsch gehört zu uns, wie das Windrad vor unserer Tür und die Fotovoltaikanlage auf dem Dach und hinter dem Knick

Thema: 

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