Wir haben die Power und die Spitzentechnologie für die Schifffahrt der Zukunft

Es gilt das gesprochene Wort!

 

TOP 24 – Innovationspreis für die maritime Wirtschaft

 

Dazu sagt der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Andreas Tietze:

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

wir alle bekannten uns hier schon öfter zum Werftenstandort Schleswig-Holstein und zur maritimen Wirtschaft mit ihren 30.000 Arbeitsplätzen.

 

Gerade erst sprachen wir im Wirtschaftsausschuss miteinander. Wir haben mit Andreas Burmester einen äußerst kundigen maritimen Koordinator, der im steten Austausch mit Wissenschaft und Wirtschaft steht – eine gute Wahl Herr Minister und wir wünschen ihm allseits eine Handvoll Wasser unterm Kiel. Wasser, Werften und Schiffe gehören einfach zu unserem Land zwischen den Meeren.

 

„Schwimmende Brücken“ verbinden Land und Leute: kleine Fähren über Schlei, Elbe, Nord-Ostsee-Kanal oder über die Förde, Fähren zu unseren Inseln und Halligen oder nach Dänemark, Frachter und Fähren auf großer Fahrt über die Meere.

 

Die Zahl bei uns beheimateter Schiffe ist schwer zu sagen, aber es sind einige. Sicher ist, dass spätestens mit der Corona-Pandemie die Freizeitboote boomen: Marinas sind ausgebucht und Hunderte stehen auf Wartelisten für Dauerliegeplätze.

 

Denken wir an schicke Kajüten, haben viele Leute edle Tropenhölzern vor Augen. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Hier müssen wir nachhaltige Alternativen finden. Was geschieht mit all den Booten, die bald zu Hauf abgängig sind? Da fallen dann wahre Kunststoffberge an.

 

Neben dem Recycling der Materialien sollten wertvolle Teile direkt ausgebaut und wiederverwertet werden können. Wie in allen Bereichen muss auch der Schiffbau konsequent auf Kreislaufwirtschaft setzen.

 

Aber auch der Schiffsantrieb muss besser werden, denn er ist bislang äußerst dreckig. Dazu wollen wir einen Innovationspreis auf den Weg bringen. Wertschöpfung durch Wertschätzung, Anerkennung für nachhaltigen und guten Schiffsbau.

 

Ein wichtiges Augenmerk des Preises wollen wir auf unsere heimische Schiffsbaubranche setzen. Auf naturnahen Flüssen und Kanälen fahren Schiffe nur wenig umweltbelastend und versiegeln keine Flächen. Eine Ausnahme bildet der geplante gigantische Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals, der ja zum Glück in der letzten Woche von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion gestoppt wurde.

 

850 Millionen Euro für die Verlagerung von zwei Lkw täglich. Das ist ökonomischer und ökologischer Unsinn: Warum machen wir den Elbe-Lübeck-Kanal nicht zu einem Modellprojekt für autonomes Fahren für Binnenschiffe?

 

Meine Vision: Statt alter, großer Schiffe mit Drecksdiesel surren elektrisch und autonom kleine CargoShuttle, angetrieben mit erneuerbaren Energien, über einen digitalisiert ausgerüsteten Kanal. Bytes statt Beton wären echt klug.

 

Innovation ist zentral wichtig und solche Projekte würden wir aus der Grünen Perspektive herzlich gern bepreisen. Aber da geht noch mehr am Meer:

 

Zum Beispiel bei der Betriebsführung und der Berechnung einer optimalen Auslastung oder sparsamer Kurse, aber auch in der Verarbeitung nachhaltiger Materialien und durch die Verwendung von Recyclingbaustoffen. Bei der Navigation, Automatisierung und Verladung - da geht noch was. Bereits in 25 Jahren - das ist für Schiffe sehr kurz - muss zudem alles klimaneutral und schadstoffarm sein.

 

Unser Land der Energiewende zwischen den Meeren hat die Power und die Spitzentechnologie dafür. Unser Antrag stärkt alle Bereiche für die Schifffahrt der Zukunft: Sauber, leise, klimaneutral, effizient. Ökologie und Ökologie vereint – ein schöner Antrag der Jamaika-Koalition.

 

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